Seide
Gruppe 4 der textilen Rohstoffe nach dem TKG "für Fasern, die ausschließlich aus Kokons seidenspinnender Insekten gewonnen werden" (also nicht zur Angabe der Form oder Aufmachung textiler Rohstoffe als Endlosgarn).
Als echte, reale,
Naturseide (--->SE) besteht Seide aus den von der Raupe des Maulbeerspinners (bombix mri) beim Kokonbau (Verpuppen) ausgestßenen, 15 bis 25 um feinen und 25 bis 50 cN/tex festen Fäden, die zu 75% aus Fibroin (Eiweißkörper) und zu 25% aus Sericin (Leim, Bast) bestehen.
Es gibt etwa 80 Arten von Seidenspinnern, von denen aber nur noch der Tussahspinner, der Eriaspinner und der Anaphespinner eine gewisse Bedeutung haben.
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Anapheseide
afrikanische, wilde, nicht abhaspelbare Nesterseide, für --->
Schappe verwendbar.
Einsatz meist für Effektfäden.
Aylanthusseide
wilde Seidenart. --->
Tussahseide.
Ballonseide
---> siehe Ballonstoffe
Byssus-Seide
Seide, von der im Mittelmeerraum verbreiteten Steckmuschel.
Aufwendig zu gewinnen!
Chinaseide
Sammelbezeichnung für chinesische Wildseidengewebe (---> Tussah).
--->
Habutai,
Honan, Ninghai,
Pongé, Shanghai,
Shantung.
Dschoshinseidengarn
japanische Grégeseide.
Äcruseide
Ohne Seifenzusatz gekochte und daher nicht vollständig entbastete
Seide.
Eriahseide
Tussah ähnliche, wilde
Seide des Rizinusspinners.
Eri (indisch)==> Rizinusbaum.
Etschingoseidengarn
beste japanische Grégeseide.
Fagaraseide
wilde
Seide vom Atlasspinner in Indien und
China mit geringer Ausbeute.
Fallschirmseide
dicht eingestellte, leinwandbindige Gewebe aus
Seide oder Synthetics mit luftdichter Ausrüstung. ---> Ballonseide
Flockseide
von der äußeren und inneren Schicht des Kokons nicht abhaspelbare
Seide.
Florettseide
---> siehe Schappeseide
Fuji-Seide
(engl. fugi sil), nicht vollständig entbastete
Naturseide.
Halbseide
Sammelname für Stoffe, die in einer Fadenrichtung aus
Seide, in der anderen aus einem anderen Faserstoff bestehen.
z.B. Halbseiden-Atlas: Kette aus
Seide, Schuss aus
Baumwolle,
Halbseiden-
Popeline aus
Seide /
Kammgarn,
Halbseiden-
Taft aus
Seide /
Kammgarn.
Haspelseide
---> siehe
Grége.
Helvetia Seide
unifarbiges oder bedrucktes, weiches, fülliges
Seidengewebe.
Kettgarn aus
Grége, Organsin oder
Schappe, Schussgarn aus
Schappe.
Jamamaiseide
---> siehe Yamamaiseide.
Japanseide
(
Japon) feinfädige
Seidengewebe ohne Noppen aus Japan (im Gegensatz zu noppigen Chinaseiden).
Sie werden in Europa bedruckt und gefärbt und als
Japon bezeichnet.
Verwendung:
Blusen, Kleider, Lampenschirme.
--->
Pongé,
Habutai, Helvetiaseide,
Ningai.
Kunstseide
frühere Bezeichnung für Filamentgarne aus regenerierter Zellulose, später zum Teil
Reyon genannt, jetzt nicht mehr zugelassen und durch Bezeichnungen nach dem TKG, Endlosfaser- bzw. Filamentgarn ersetzt.
Langseide
---> Haspelseide
Maulbeerseide
Seide vom Maulbeerspinner, im Gegensatz zur
Tussahseide. --->
Seide.
Muschelseide
(Seeseide), manchmal auch als Byssus bezeichnet, wird von der Steckmuschel Pinna als schnell erhärtendes Drüsensekret ausgeschieden, mit dem sie sich am Meeresboden festhält.
Dieser schwer zu gewinnende, kostbare, feine, glänzende Rohstoff wird auf Korsika, Sadinien und Sizilien zu Schals verarbeitet.
Naturseide
---> siehe
Seide.
Nähseide
dreifacher Zwirn aus
Grége oder Schappeseide in 100 bis 165 dtex und Längen von 50, 100, 200 und 400m.
Rohseide
1. abgehaspelte, unentbastete
Seide (
Grége)
2. taftbindiges Gewebe aus
Grége oder
Tussahseide.
Schappeseidengarn
aus den Abfällen der Kokonverarbeitung (Restkokons, fehlerhafte Kokons, Haspelabfälle) in der Schappespinnerei gewonnenes Garn.---> vergleiche
Bourette.
Seidengewebe
entsprechend den verschiedenen Arten von
Seidengarnen unterscheidet man Reinseiden-, Rohseiden- oder Ecruseiden-, Naturseiden-, Wildseiden-, Schappeseiden- oder Bouretteseidengewebe.
Im Hinblick auf die Webart verbindet man die Vorsilbe
Seide ,mit -atlas, -batist, -damst, -plüsch, -samt, -schotten, -satin, -serge und -voile.
Weitere
Seidengewebe:
Brokat,
Chiffon,
Crépe de Chine,
Crépe Georgette,
Damast, doupion, Hondu, Japan,
Pongé,
Honan, Marokain,
Organza,
Shantung,
Taft,
Twill,
Surah,
Foulard,
Duchesse,
Damassé.
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Seidenvoile
Gewebe in Kettripsbindung mit dicht eingestellter Seidenkette und Baumwollschuss.
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Seidendamast
warenkundliche Bezeichnung für einen Baumwolldamast mit folgender Konstruktion:
- Makobaumwolle (fein und langstapelig)
- Garnfeinheit feiner als Nm 60 (gekämmt)
- Einstellung 42/40
- Ausrüstung: gebleicht, mercerisiert, Seidenfinish.
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Seidenbatist
-->
Batist aus feiner, mercerisierter Baumwole (Schweizer B.) mit Seidenschrei ähnlichem Griff, erzeugt durch eine Nachbehandlung mit Milch-, Essig-, oder Ameisensäure.
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Seidenatlas
--->
Duchesse,
Merveilleux,
Messaline.
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Thai-Seide
warenkundliche Bezeichnung für ein
Seidengewebe aus Wildseide. --->
Japanseide,
Honan.
Tussahseide
(DIN-
Kurzzeichen ST)
Seide von den Raupen der wildlebenden chinesischen und japanischen tussahspinner, die sich von Eichenlaub ernähren (daher auch Eichenspinner).
Der innere kokon ergibt einen meist von Gerbsäure angefärbten Faden von 1200 bis 1400 Metern Länge.
Seine Feinheit ist 3 bis 6 dtex.
Wegen der starken Verbastung wird die tussahseide gerissen und als Spinnfaser weiterverarbeitet zu ungleichmäßigen, knotigen Garnen.
tussahseide wird meist ungebleicht und ungefärbt zu rohseidenen Stoffen (---> honan, Shantung) verarbeitet.