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Tüll

gewebter Stoff mit durchgehenden Kettfäden und eben soviel schräg dazu verlaufenden Schussfäden, welche die Kettfäden umschlingen.

Die Schussfäden sind auf kleinen Metallspulen ( Bobinet) untergebracht, die, wie beim Flechten, bei ihrem Lauf von links nach rechts und wieder zurück bei jedem Kettfaden eine volle Umschlingung (Ganzdreher) ausführen.

Ausser diesen Bindeschussfäden muss zur Musterung mindestens noch ein zweites Schussfadensystem vorhanden sein; komplizierte Muster verlangen weitere Musterfadensysteme; sie werden von Jacquardmaschinen gesteuert.

Bobinettüll besteht aus feinem Baumwollzwirn oder synthetischen Faserstoffen.

Seine Qualität wird vom Material und der Anzahl der Zellen je engl. Quadratzoll bestimmt.

Dabei wird von links oben nach links unten und weiter diagonal nach rechts oben gezählt, die Zelle links unten doppelt.

Das Wort Tüll wird von der französisches Stadt Tulle abgeleitet.


Man unterscheidet Fein- und Grobtüll, glatten und gemusterten Tüll.

Von den zahlreichen Tüllarten seien hier genannt:


- Architektentüll, mit besonders grossen gitterartigen Zellen

- Double-tie (==> doppelte Bindung), Tüll mit auf beiden Seiten vollem Muster

- Double-action, mit reliefartig erscheinender Musterung

- Erbstüll, glatter Tüll mit waben-(rauten-)förmigen Zellen

- Florentinertüll, feiner Erbstüll, bestickt mit Mustern

- Filettüll, aus rechtwinklig zu den Kettfäden verlaufenden Schussfäden und einem weiteren Musterfaden-(Filetfaden-)System

- Gittertüll, mit viereckigen Zellen

- Relieftüll, mit über mehrere Kettfäden hin- und hergehenden Schussfäden

- Single-tie (==> einfache Bindung), flach gemusterter Tüll

- Swisstüll, mit verschiedenen feinen Schussfäden

- Spitzentüll (Tüllspitze), nachbildung der geklöppelten Valenciennes-Spitze

- Rascheltüll, auf der Raschelmaschine hergestellter, gewirkter Tüll mit dicken Längs- und feinen Querfäden